Bodø – Sehenswürdigkeiten, Flughafen, Camping

Bodö - Hafen am Vestfjord
Blick vom Meer auf die Skyline von Bodø und die nahen Gebirgszüge

Dort, wo sich der Vestfjord zum Europäischen Nordmeer hin öffnet, und der Abstand zwischen den Lofoten und dem Festland am größten ist, liegt die Küstenstadt Bodø. Ihre Straßen und Bauten erstrecken sich über eine flache, überschaubare Landzunge, mit dem Saltfjord auf der Innenseite. In Nordnorwegen gehört Bodø mit seinen gut 50.000 Einwohnern zu den wenigen „Metropolen“. Seine Bedeutung wird durch zwei Verkehrsdrehkreuze untermauert: So gibt es zum einen den Bodø Lufthavn als Flughafen für Inlandsflüge und zum anderen den Fährhafen, über den die Stadt mit den Lofoten und einigen anderen Inseln im Vestfjord verbunden ist.

Bodøs exponierte Lage am Vestfjord hat allerdings einen Nachteil: Bis zur Europastraße 6, welche die Hauptverkehrsroute zwischen Süden und Norden bildet, sind es rund 50 km. Für Rundreisende, die mit Auto, Wohnmobil oder Motorrad unterwegs sind, bedeutet es also einen Umweg von 1 1/2 Stunden, um für einen Zwischenstopp in der Stadt vorbei zu kommen. Ihnen möchte ich mit diesem Beitrag einige Anhaltspunkte liefern, ob sich der Umweg lohnt.

Flughafen Bodø zur Ab- und Anreise nach Nordnorwegen

Doch zunächst noch einige Worte zum örtlichen Flughafen: Von der Stadt aus fahren regelmäßig Busse zum Airport, auch direkt vom Bahnhof der Nordlandsbahn im Zentrum Bodøs. Außerdem bestehen Busverbindungen zwischen dem Flughafen und dem Umland mit Orten wie Fauske, Halsa, Beiarn, Tårnvik und Sortland. Auch das 250 km entfernte Narvik wird von hier aus angesteuert. Der Flughafen selbst dient vorwiegend drei skandinavischen Gesellschaften als Drehkreuz:

  • Norwegian Air Shuttle für Bodø – Oslo
  • Scandinavian Airlines (SAS) für Bodø – Trondheim
  • Widerøe für regionale Verbindungen

Letztere fliegt nicht nur die Städte Tromsø, Narvik und Mo i Rana an, sondern auch Svolvær auf den Lofoten und Stokmaknes auf Vesterålen. Somit ist es möglich, von Oslo per Umstieg auf die Inseln zu gelangen, ohne eine Fähre oder einen Mietwagen zu nutzen.

Bodø: Flughafen
Bodø Lufthavn – ein Regionalflughafen als Sprungbrett nach Oslo, Trondheim, Nordnorwegen oder auf die Lofoten

Sehenswertes in und um Bodø

Doch nun zurück zu der Frage, ob sich ein Aufenthalt in Bodø lohnt: Wie vielen norwegischen Städte entlang der Küste ist ihr das historische Zentrum weitgehend abhanden gekommen. Selbst die Domkirche ist kaum älter als siebzig Jahre. Das heutige Stadtbild wird von einigen lieblosen, zugigen Geschäftsstraßen, der unspektakulären Konzerthalle „Stormen“ sowie weitläufigen Wohngebieten geprägt, in denen sich Einfamilienhäusern mit kleinen Vorgärten aneinanderreihen. Es mangelt zwar an einer klassischen Promenade, aber dennoch gibt es im Uferbereich einige hübsche Ecken wie den Moldeveien, in dem sich ein Panorama auf die Marina, Bootshäuser und die bergige Küstenlandschaft bietet. Dennoch: Zum Bummeln allein lohnt es sich nicht, den Weg nach Bodø auf sich zu nehmen. Wenn Du allerdings schon einmal hier bist, kannst Du bei einem Strandspaziergang die abwechslungsreiche Landschaft am Rande der Stadt erkunden. Geführte Touren beginnen am Fährkai der Hurtigruten.

Es gibt zwei Museen in der Stadt, die bei einem Zwischenstopp (und bei schlechtem Wetter) von Interesse sein könnten: Das Nordlandsmuseum zur Stadtgeschichte und das Norwegische Luftfahrtmuseum mit einem Ausstellungsgelände von über 10.000 m². Die wahren Attraktionen liegen jedoch im Umland:

  • Saltstraumen: Im Gebiet eines der stärksten Gezeitenströme der Welt ist Hochseeangeln, Schnorcheln und Tauchen möglich. Ausrüstungen sind bei Dienstleistern vor Ort ausleihbar. Unter der beeindruckenden Saltstraumen-Brücke steht das „Magic Saltstraumen“ als Informations- und Dokumentationszentrum.
  • Kjerringøy Handelssted: Eine halbe Autostunde nordöstlich der Stadt liegt der alte Handelsposten malerisch am Vestfjord. Er verkörpert noch heute gut erkennbar die Welt, in der sich viele von Knut Hamsuns Romanen abspielen und diente vielen ihrer Verfilmungen als Kulisse. „Kjerringøy Rorbusenter“ vermietet traditionelle Fischerhütten zur Übernachtung. Du kannst hier aber auch ein Boot ausleihen, um die Umgebung auf dem Wasser zu erkunden.
  • Insel Givær: Der einsame Vorposten Bodøs gibt Einblick in das traditionelle Inselleben abseits der modernen Zivilisation und bietet zugleich einen Rundumblick auf die Küste vor der Stadt. Du kannst das 0,2 km² kleine Eiland auf einer kurzen Rundwanderung erkunden. Am besten, Du kommst im Rahmen einer geführten Gruppentour mit einem der Expressboote hierher.

Für diese drei Attraktionen lohnt es sich durchaus, nach Bodø zu kommen und ein paar Tage zu bleiben. Dann lassen sich auch zahlreiche Aktivitäten mit dem Aufenthalt verbinden: Bootsausflüge, Klettern, Kajaktouren, Spa-Wellness und einiges mehr. Die typisch norwegische Bergwelt mit Gletschern, Wasserfällen und Skigebieten eröffnet sich unweit der Stadt in der angrenzenden Region Skalden.

Campingplätze bei Bodø

Als Alternative zu den kleineren und mittelklassigen Hotels City, Fauske, Grand Bodø, Radisson Blu, Scandic Bodø, Scandic Havet und Zefyr gibt es folgende günstige Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe der Stadt:

  • Saltstraumen Camping: ca. 30 km von der Stadt entfernt auf der gegenüberliegenden Seite des Saltfjords gelegen, für Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile geeignet, dazu rund 20 Hütten und einige Zimmer zur Vermietung, als Freizeitaktivitäten sind Ballspiele, Bootstouren, Wandern und Tauchen möglich, Standard: mittel bis gut
  • Geitvågen Bad & Camping: ca. 12 km nordöstlich der Stadt an einem Badestrand gelegen, für Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile geeignet, dazu 16 Hütten zur Vermietung, als Freizeitaktivitäten sind neben Baden, auch Angeln, Paddeln und Tauchen (bei Saltstraumen) möglich, Standard: mittel.
  • Lundhogda Camping og Motell: ca. 53 km von der Stadt entfernt auf einer Halbinsel gelegen, für Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile geeignet, dazu mehrere Hütten verschiedener Standards zur Vermietung sowie Zimmer im Motel, als Freizeitaktivitäten sind Angeln, Baden und Wandern möglich, Standard: mittel bis gut.

Zusätzlich gibt es direkt am Rande der Stadt den Bodøsjøen Camping Aksjeselskap, welcher allerdings auf Grund des Preis-Leistungs-Verhältnisses nicht von mir empfohlen werden kann.

Fazit: Der perfekte Tag in Bodø (Sommer)

  • Vormittag: Frühstück im Kaffeehaus „Melkebaren“, Storgatan 16. Danach geht es mit Wanderkleidung zum Parkplatz beim „Maskinisten“ im Junkerveien und von dort auf die 11,4 km (2,5 h) lange Runde durch den Svartskogen oberhalb der Stadt.
  • Nachmittag: Um 13 Uhr startet das Zodiac Schnellboot der Nordland Turselskap zu einem Ausflug (2 h) nach Saltstraumen. Abfahrt ist im Gästehafen unweit der Bücherei „Stormen“. Warme Kleidung ist zu empfehlen!
  • Vorabend: Zurück auf festem Boden ist Entspannung im „Spectrum Wellness“, Plassmyrveien 11, angesagt. Hier gibt es ein Dampfbad, ein Tepidarium, eine Infrarotsauna, eine finnische Sauna, eine Aromadusche, eine Eishöhle u.v.m. Es ist auch möglich, eine Zwischenmahlzeit einzunehmen.
  • Abend: Nach dem Abendessen mit schöner Aussicht im „Roast“, Tollbudgata 5, klingt der Abend im Gesellschaftslokal „Dama di“, Sjøgata 18, aus.

Ich hoffe, ich konnte Dir bei Deiner Reiseplanung behilflich sein. Wenn Du mehr über Bodø erfahren willst, dann nutze gerne die Kommentarfunktion direkt unter dem Beitrag! Anregungen und Hinweisen stehe ich ebenfalls offen gegenüber.
Bodö in Norwegen entdecken

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